WAS STEHT DRAUF,
WAS IST DRIN?

Die wichtigsten Kriterien des staatlichen Tierwohlkennzeichens in der Einstiegsstufe und ihre Bedeutung.

Was das staatliche Tierwohlkennzeichen verspricht:

Laut Julia Klöckner sollen die Kriterien bereits in der Einstiegsstufe eine wesentliche Verbesserung für die Tiere darstellen.

Was VIER PFOTEN fordert:

Bereits die Einstiegsstufe muss den Tieren wesentliche Verbesserungen bringen. Gesetzeswidrige Praktiken müssen verboten sein.

Was wirklich dahintersteckt:

Die Einstiegsstufe hält teilweise nicht einmal die gesetzlichen Mindeststandards ein. Gesetzlich verbotene Praktiken, wie das routinemäßige Abschneiden der Ringelschwänze, dürfen weiterhin praktiziert werden. Außerdem wird das staatliche Tierwohlkennzeichen freiwillig sein wird, deshalb werden sich nur wenige Landwirte daran beteiligen. Es bringt den Tieren in der aktuellen Form keine Verbesserung und muss gestoppt werden!

Was VIER PFOTEN fordert:

Bereits die Einstiegsstufe muss den Tieren wesentliche Verbesserungen bringen. Gesetzeswidrige Praktiken müssen verboten sein.

Platzangebot und
Bodengestaltung

Was das staatliche Tierwohl­kennzeichen verspricht:

Laut Julia Klöckner bekommen Schweine 20 % mehr Platz und Struktur im Stall.

Was VIER PFOTEN fordert:

Eine Vergrößerung des Platzangebots um mindestens 50 %, wovon mehr als die Hälfte als eingestreuter Liegebereich konzipiert sind.

Was wirklich dahinter steckt:

Das Platzangebot erhöht sich von 0,75 Quadratmeter auf 0,9 Quadratmeter. Das entspricht etwas mehr als zwei DIN-A4-Seiten. Einen separaten Liegebereich werden die Tiere nach wie vor nicht haben. Auch dürfen Schweine weiterhin auf hartem Betonboden ohne Einstreu gehalten werden.

Was VIER PFOTEN fordert:

Eine Vergößerung des Platzangebots um mindestens 50 %, wovon mehr als die Hälfte als eingestreuter Liegebereich konzipiert sind.

Schwanzkupieren
bei Ferkeln

Was das staatliche Tierwohlkennzeichen verspricht:

Julia Klöckner fordert keinen Ausstieg aus dem Schwanzkupieren. Stattdessen soll es Beratungsangebote zur Stressreduktion bei den Tieren geben, um dem Schwanzbeißen vorzubeugen.

Was VIER PFOTEN fordert:

Die Einhaltung des seit 1994 geltenden gesetzlichen Verbotes, Schweinen routinemäßig die Ringelschwänze abzutrennen. Schweinen muss Einstreu, Auslauf und Beschäftigung angeboten werden, damit sich Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen gar nicht erst entwickeln und somit tierfeindliche Maßnahmen wie das Schwanzkupieren überflüssig werden.

Was wirklich dahintersteckt:

Das Kennzeichen setzt keine Frist, mit dem routinemäßigen Schwanzkupieren aufzuhören. Obwohl es seit 1994 EU-weit verboten ist, bleibt es unbegrenzt geduldet.

Was VIER PFOTEN fordert:

Die Einhaltung des seit 1994 geltenden gesetzlichen Verbotes, Schweinen routinemäßig die Ringelschwänze abzutrennen. Schweinen muss Einstreu, Auslauf und Beschäftigung angeboten werden, damit sich Verhaltensstörungen wie Schwanzbeißen gar nicht erst entwickeln und somit tierfeindliche Maßnahmen wie das Schwanzkupieren überflüssig werden.

Haltung von Sauen

Was das staatliche Tierwohlkennzeichen verspricht:

Laut Julia Klöckner bekommen Sauen organische Materialien wie z. B. Seile oder Jutesäcke als Nestbaumaterial. Die Säugezeit wird um vier Tage auf 25 Tage verlängert. Die Fixierung im Kastenstand wird nicht erwähnt und bleibt somit bestehen.

Was VIER PFOTEN fordert:

Ein Verbot der wochenlangen Dauerfixierung im Kastenstand und die Einhaltung des EU-Rechts hinsichtlich Säugezeit.

Was wirklich dahintersteckt:

Die monatelange Haltung im Kastenstand bleibt erlaubt. In diesen Metallkäfigen können sich die Tiere nicht einmal umdrehen, an Nestbau ist gar nicht zu denken. Daran ändert auch ein Herumkauen auf einem Seil oder Jutesack nichts. Außerdem ist nach geltendem EU-Recht eine Säugezeit von mindestens 28 Tagen vorgeschrieben, die nur unter bestimmten Voraussetzungen auf 21 Tage reduziert werden darf.

Was VIER PFOTEN fordert:

Ein Verbot der wochenlangen Dauerfixierung im Kastenstand und mindestens 28 Tage Säugezeit, wie sie im EU-Recht eigentlich gefordert wird.

Betäubung

Was das staatliche Tierwohl­kennzeichen verspricht:

Laut Julia Klöckner dürfen Kastrationen nur mit Betäubung durchgeführt werden.

Was VIER PFOTEN fordert:

Betäubung nur durch den Tierarzt oder eine tierfreundliche Alternative wie z. B. die kastrationslose Ebermast mit oder ohne Impfung gegen Ebergeruch.

Was wirklich dahintersteckt:

Die betäubungslose Ferkelkastration für alle Schweinebetriebe in Deutschland bleibt noch bis Ende 2020 gesetzlich erlaubt. Danach sollen die Landwirte selbst die Betäubung verabreichen und die Kastration vornehmen dürfen.

Was VIER PFOTEN fordert:

Betäubung nur durch den Tierarzt oder eine tierfreundliche Alternative wie z. B. die kastrationslose Ebermast mit oder ohne Impfung gegen Ebergeruch.

Transportdauer

Was das staatliche Tierwohl­kennzeichen verspricht:

Laut Julia Klöckner wird die Dauer des Transports auf maximal 8 Stunden begrenzt.

Was VIER PFOTEN fordert:

Begrenzung der gesamten Transportdauer auf maximal 4 Stunden.

Was wirklich dahintersteckt:

Der gesetzliche Mindeststandard schreibt bereits heute eine maximale Transportdauer von 8 Stunden am Stück vor, unter Einhaltung bestimmter Vorgaben sind bis zu 24 Stunden erlaubt. Es tritt also keine wesentliche Verbesserung ein.

Was VIER PFOTEN fordert:

Begrenzung der gesamten Transportdauer auf maximal 4 Stunden.