WAS STEHT DRAUF,
WAS IST DRIN?

Die wichtigsten Kriterien des Tierwohlkennzeichens und ihre Bedeutung für die Tiere.

Was das staatliche Tierwohlkennzeichen in der Einstiegsstufe verspricht:

Das Tierwohlkennzeichen soll dem Verbraucher eine Hilfestellung bieten, damit er sich beim Einkauf bewusst für ein tierfreundlicheres Produkt entscheiden kann. Die Kriterien sollen angeblich bereits in der Einstiegsstufe eine wesentliche Verbesserung für die Tiere darstellen.

Was wirklich dahintersteckt:

Das Tierwohlkennzeichen hält in der Einstiegsstufe teilweise nicht einmal die gesetzlichen Mindeststandards ein. Per Gesetz bereits seit 25 Jahren verbotene Praktiken wie das Abschneiden der Ringelschwänze, die die Tiere an die viel zu engen Haltungsbedingungen anpassen sollen, werden weiterhin genutzt. Das staatliche Tierwohlkennzeichen bringt den Tieren in der aktuellen Form keine wesentliche Verbesserung und ist somit eine Mogelpackung für Tier und Mensch. Die Einführung des Kennzeichens in seiner jetzigen Form muss gestoppt werden!

Was VIER PFOTEN fordert:

Ein staatliches Tierwohlkennzeichen muss Tieren bereits in der Einstiegsstufe wesentliche Verbesserungen bieten. Die Haltung muss so gestaltet sein, dass die Tiere sich artgemäß verhalten können. Praktiken wie das Abschneiden von Ringelschwänzen dürfen nicht zugelassen werden.

Was wirklich dahintersteckt:

Das Tierwohlkennzeichen hält in der Einstiegsstufe teilweise nicht einmal die gesetzlichen Mindeststandards ein. Per Gesetz bereits seit 25 Jahren verbotene Praktiken wie das Abschneiden der Ringelschwänze, die die Tiere an die viel zu engen Haltungsbedingungen anpassen sollen, werden weiterhin genutzt. Das staatliche Tierwohlkennzeichen bringt den Tieren in der aktuellen Form keine wesentliche Verbesserung und ist somit eine Mogelpackung für Tier und Mensch. Die Einführung des Kennzeichens in seiner jetzigen Form muss gestoppt werden!

Platzangebot und
Bodengestaltung

Was das staatliche Tierwohl­kennzeichen in der Einstiegsstufe verspricht:

mehr Platz und Struktur im Stall. Das Platzangebot für Schweine wird um 20 % vergrößert.

Was wirklich dahintersteckt:

Das Platzangebot erhöht sich unwesentlich von 0,75 m² auf 0,9 m². Das ist die Fläche von vier DIN-A4-Seiten mehr und reicht nicht, um einen separaten Liegebereich für die Tiere zu ermöglichen. Schweine dürfen weiterhin auf hartem Betonboden ohne Einstreu gehalten werden. An den unwürdigen Haltungsbedingungen ändert sich also nichts.

Was VIER PFOTEN fordert:

eine Vergrößerung des Platzangebots um mindestens 50 %. Zusätzlich sollte mehr als die Hälfte der Fläche als eingestreuter Liegebereich konzipiert sein, um den Tieren Rückzugsmöglichkeiten und eine weiche Liegefläche zu bieten.

Was wirklich dahintersteckt:

Das Platzangebot erhöht sich unwesentlich von 0,75 m² auf 0,9 m². Das ist die Fläche von vier DIN-A4-Seiten mehr und reicht nicht, um einen separaten Liegebereich für die Tiere zu ermöglichen. Schweine dürfen weiterhin auf hartem Betonboden ohne Einstreu gehalten werden. An den unwürdigen Haltungsbedingungen ändert sich also nichts.

Schwanzkupieren
bei ferkeln

Was das staatliche Tierwohlkennzeichen in der Einstiegsstufe verspricht:

Ein verpflichtender Ausstieg aus dem Schwanzkupieren ist nicht gefordert. Es soll lediglich Beratungsangebote zur Stressreduktion bei den Tieren geben, um dem Schwanzbeißen vorzubeugen.

Was wirklich dahintersteckt:

Das Kennzeichen setzt in der Einstiegsstufe nicht einmal eine Frist, mit dem routinemäßigen Schwanzabschneiden aufzuhören. Es bleibt somit weiterhin unbegrenzt geduldet. Dabei ist das routinemäßige Schwanzkupieren seit 1994 EU-weit verboten. Es wird jedoch von einem Großteil der Schweinehalter in Deutschland nicht eingehalten. Geahndet wird dies ebenfalls nicht.

Was VIER PFOTEN fordert:

ein generelles Verbot des Schwanzkupierens und die Einhaltung des seit 1994 geltenden gesetzlichen Verbotes, Schweinen routinemäßig die Ringelschwänze abzutrennen.

Was wirklich dahintersteckt:

Das Kennzeichen setzt in der Einstiegsstufe nicht einmal eine Frist, mit dem routinemäßigen Schwanzabschneiden aufzuhören. Es bleibt somit weiterhin unbegrenzt geduldet. Dabei ist das routinemäßige Schwanzkupieren seit 1994 EU-weit verboten. Es wird jedoch von einem Großteil der Schweinehalter in Deutschland nicht eingehalten. Geahndet wird dies ebenfalls nicht.

Haltung von sauen

Was das staatliche Tierwohlkennzeichen in der Einstiegsstufe verspricht:

Angebot von organischen Materialien wie z. B. Seile oder Jutesäcke als Nestbaumaterial. Die Fixierung im Kastenstand wird nach gesetzlicher Neuregelung diskutiert. Die Säugezeit wird um vier Tage auf 25 Tage verlängert.

Was wirklich dahintersteckt:

Die monatelange Haltung von Sauen in engen Metallkäfigen ist beim Tierwohlkennzeichen über alle Stufen weiterhin erlaubt. In diesen Metallkäfigen (sogenannten Kastenständen) ist es für das Tier sogar unmöglich, sich umzudrehen. Ebenso kann die Sau kein Nest für die Ferkel bauen. Daran ändert auch ein Herumkauen auf einem Seil oder einem Jutesack nichts. Außerdem ist nach geltendem EU-Recht eine Säugezeit von mindestens 28 Tagen vorgeschrieben.

Was VIER PFOTEN fordert:

ein Verbot der wochenlangen Dauerfixierung der Sauen im Kastenstand. Die Möglichkeit zur freien Bewegung muss jederzeit gegeben sein.

Was wirklich dahintersteckt:

Die monatelange Haltung von Sauen in engen Metallkäfigen ist beim Tierwohlkennzeichen über alle Stufen weiterhin erlaubt. In diesen Metallkäfigen (sogenannten Kastenständen) ist es für das Tier sogar unmöglich, sich umzudrehen. Ebenso kann die Sau kein Nest für die Ferkel bauen. Daran ändert auch ein Herumkauen auf einem Seil oder einem Jutesack nichts. Außerdem ist nach geltendem EU-Recht eine Säugezeit von mindestens 28 Tagen vorgeschrieben.

Betäubung

Was das staatliche Tierwohl­kennzeichen in der Einstiegsstufe verspricht:

keine Kastration ohne Betäubung.

Was wirklich dahintersteckt:

Bundesministerin Klöckner hat dafür gesorgt, dass das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration nicht am 01.01.2019 in Kraft getreten ist, sondern für weitere zwei Jahre in die Zukunft verschoben wurde. Das Tierwohlkennzeichen soll voraussichtlich im Jahr 2020 eingeführt werden. Ab Ende 2020 würde dann auch das gesetzliche Verbot wirksam. Offen ist noch, wie betäubt werden darf. Klöckner versucht durch eine Verordnung zu ermöglichen, dass auch Landwirte die Betäubung verabreichen dürfen. Landwirte sind aber in Bezug auf Betäubungsmaßnahmen keine Fachleute. Weiteres Leiden der Tiere ist somit vorprogrammiert.

Was VIER PFOTEN fordert:

Anwendung einer Betäubung nur durch den Tierarzt. Oder eine tierfreundliche Alternative wie z. B. die kastrationslose Ebermast mit oder ohne Impfung gegen Ebergeruch.

Was wirklich dahintersteckt:

Bundesministerin Klöckner hat dafür gesorgt, dass das Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration nicht am 01.01.2019 in Kraft getreten ist, sondern für weitere zwei Jahre in die Zukunft verschoben wurde. Das Tierwohlkennzeichen soll voraussichtlich im Jahr 2020 eingeführt werden. Ab Ende 2020 würde dann auch das gesetzliche Verbot wirksam. Offen ist noch, wie betäubt werden darf. Klöckner versucht durch eine Verordnung zu ermöglichen, dass auch Landwirte die Betäubung verabreichen dürfen. Landwirte sind aber in Bezug auf Betäubungsmaßnahmen keine Fachleute. Weiteres Leiden der Tiere ist somit vorprogrammiert.

Transportdauer

Was das staatliche Tierwohl­kennzeichen in der Einstiegsstufe verspricht:

Die Dauer des Transports von Schweinen wird auf maximal 8 Stunden begrenzt.

Was wirklich dahintersteckt:

Der gesetzliche Mindeststandard schreibt eine Transportdauer von 8 Stunden am Stück vor, unter Einhaltung bestimmter Vorgaben sind aber bis zu 24 Stunden erlaubt. Eine Begrenzung auf 8 Stunden bedeutet immer noch eine stundenlange Reise, meist in extremer Enge und ohne Zugang zu Wasser.

Was VIER PFOTEN fordert:

eine gesamte Transportdauer von maximal 4 Stunden, um den Stress für die Tiere so gering wie möglich zu halten.

Was wirklich dahintersteckt:

Der gesetzliche Mindeststandard schreibt eine maximale Transportdauer von 8 Stunden am Stück vor, unter Einhaltung bestimmter Vorgaben sind aber bis zu 24 Stunden erlaubt. Eine Begrenzung auf 8 Stunden bedeutet immer noch eine stundenlange Reise, meist in extremer Enge und ohne Zugang zu Wasser.